Montag, 10. November 2008

Climbing: Teh Climbing

Ich bitte an dieser Stelle den Leser, die von mir gedachte Reihenfolge einzuhalten und folgende Postings zuvor zu lesen:
The Depression, ein Exkurs, A new Hope

So... wie der aufmerksame Leser am emphasizing Teh in der Ueberschrift schon bemerkt hat folgt hier wahrscheinlich Grossartiges. Und so ist es.
Freitag morgen, wunderbares Wetter. Ich packe meine Sachen und treffe mich mit Simon. Wir gehen in Richtung Zugstation und reden ein wenig miteinander. Irgenwie verlief das Gespraech schleppend und Simon war irgendwie abweisend.
Und dann kam diese unscheinbare Frage: Where are you from?
Ich antworte: Austria
So you are not a German???
No!
Er laechelt, Freude in seinem Gesicht. Ploetzlich hat sich seine Laune um 180 Grad gedreht.
An dieser Stelle wurde mir bewusst, dass mir der Umstand, dass kein Mensch hier die Deutschen mag, fast das Klettern gekostet haette. Bestaerkt wurde dieses Gefuehl noch, als wir Joanne am Bahnhof getroffen haben und er mich vorstellte: Thats Peter. He is from Austria.
Das ganze in einem Tonfall der klar machte, dass da am Vorabend die Diskussion ungefaehr so laufen musste: Da ist so ein laestiger Deutscher, der keine Ruhe gibt und unbeding zum Klettern mitkommen will.

Egal. Wir hatten schon im Zug sehr viel Spass und sind nach Mt. Victoria gefahren. Dort haben wir uns mit Evan getroffen und wir machten uns auf den Weg zum Kletterspot. Gar nicht so einfach.
Nach 15 min Fahrzeit kamen waren wir endgueltig in der Pampa und wir mussten zu Fuss weiter. Da keiner den Spot kannte hatten wir ein kleines Problem mit der Beschreibung: Ueber den Creek und dann noch ein wenig weiter.
Nach 45 min suchen, ca. 5-6 Creek Ueberquerungen, sehr sehr viel Angst das mich etwas beisst (herumstolpern im australischen Gebuesch ist weder lustig noch ungefaehrlich), waren wir endlich da:
Es war wundervoll: sonnig, kein Gebuesch und eine wahrhaftig feine Wand!
Dort traf dann auch wenig spaeter Ricuardo ein und wir waren komplett:
Simon (Eng), Joanne (Eng), Evan (Australien), Ricuardo (Columbien), me

Kletterzeug ausgepackt und rauf auf die Wand! Die erste Route probierte ich noch zaghaft toprope, ich hatte ja nicht wirklich eine Ahnung wie der Fels hier so war und wieviel Kraft ich verloren hatte.
Es ging gut und wie der Steph sagen wuerde: ich habe mich leicht gefuehlt
ein paar 6er gingen gleich on sight und es machte so richtig Spass
Dann gingen wir zu den zwei haerteren Routen ueber und konsultierten den Kletterfuehrer um deren Grad zu bestimmen: 22 und 23 (6c und 6c+)
Evan und Ricuardo stiegen sie vor und mir wurde ein wenig mulmig - es sah doch sehr anstrengend aus. Ausserdem schmerzten meine Finger schon sehr (irgendwie war der Fels doch sehr scharfkantig und mir ist an den Fingerkuppen schon die erste Schicht Haut komplett abhanden gekommen)
Evan hat mir nach einer langen Diskussion ueber mein eigentliches Rotpunkt- und Vorstiegslimit usw dann doch so zugesetzt, dass ich die 22 im Vorstieg probieren wollte - da es eine glatte, leicht ueberhaengende Wand war, sollte auch ein Sturz nicht allzu gefaehrlich sein. Und so begann es:
die ersten 3m zur ersten Exe waren eher problemlos und ich war voller Zuversicht. Doch dann kamen diese kleinen Leisten, Leisten die nicht nur klein waren sonder auch so richtig schoen scharfkantig.
Schmerzen
Ich bin an der zweiten Exe angekommen, klettere weiter. Verdammt. Eine Sackgasse? Evan ruft von unten: Right, at your knee, ... bla Ich sehe was er meint, ein Fusswechsel ist noetig.
Schmerzen
Dann der wohl schwierigste Zug der Route, ich zoegere. Von unten: Do it!
Schmerzen
Getragen von Evans Do it!s und weiteren Zurufen, erreiche ich schliesslich das Top und ich haenge mit letzter Kraft ein.
Freude
Es war irgendwie magisch: Das perfekte Wetter, die pushenden Zurufe, dann all die Gratulationen, High Fives und Schulterboxer haben mich irgendwie high gemacht und ich bin ca. 10 min herumgessessen und habe gelaechelt wie Junkie auf Dope. Aber es war einfach unglaublich schoen, nach all diesem Kletterleiden hier in Australien habe ich einen neuen persoenlichen Rekord geschafft:
6c Flash (Flash wegen den 2-3 Hilfestellugen durch Zurufen von Evan)

Nach dieser Route war das Klettern auch wirklich sehr lustig, da sich auch eine zweite Hautschicht an den Fingerkuppen verfluechtigt hatte und das angreifen der Griffe echt nur mehr weh tat :)

Um ca. 17:00 machten wir uns dann auf den Weg nach Hause und ein wunderschoener Klettertag ging zu Ende.

Das wir eigentlich um 19:00 nach Sydney fahren wollten und dann doch erst sternhagelvoll um 23:15 in Zug gestiegen sind ist wiederum eine andere Geschichte :D - jedenfalls haben wir quasi alles was wir so an Essen usw hatten in Katoomba vergessen :)

Wen diese Wall of Text noch nicht gekillt hat und sich noch ein wenig in die verwendete Klettersprache einlesen will (wtf is toprope und rotpunkt und....) der kann ja noch ein bisschen wikipedia lesen: Begehungsstile

Fazit: Dieser Tag war wohl bis jetzt der schoneste und wird mir ewig in Erinnerung bleiben!

3 Kommentare:

hnt hat gesagt…

OMFG WALL OF TEXT CRITS FOR OVAR NEINTHOUSAND""!§$34...##++

Freut mich, dass du doch noch zum Klettern gekommen bist und dass so genial ging!

steph hat gesagt…

8- im flash...du verfickte kletterbitch!!!

hast sie gespürt, die leichtigkeit des seins *g*
war sicher vui überbewertet die shice *g*
i verlang dann glei mal wennsd wieda da bist die mini cooper zu flashen *g*

lg
der der am freitag beim northland bouldercup wieder mal sehn wird was für ein würstchen er is *gg*

ptp hat gesagt…

viel glueck beim cup digga!