Man entließ uns aus dem Minibus am Hauptplatz des Dorfes und sogleich stellte sich die Frage: Wo zum Teufel sollen wir den hier schlafen??
Nach ein wenig Herumfragerei begleitete uns der Oberhäuptling Primo des Kaffs zu seiner Verwandtschaft, wo wir in eine kleine Lehmhütte einzogen. Unsere Gastfamilie hat nur mäßig viel mit uns komuniziert, ich glaube deswegen weil sie selbst kaum spanisch sprechen sondern quechuan.
Nichts desto trotz fühlten wir uns gut aufgenommen und untergebracht. Das einzige Problem an der Unterkunft, es wird hier um ca. 17 Uhr finster und gleichzeitig bitterkalt. Ich machte mir sogar die Mühe mein Thermometer auszupacken und wir gingen nach dem Abendessen um ca. 20:30 Uhr bei 6°C ins Bett. Was soll man bei der Kälte auch sonst tun.
Wir verweilten zwei Nächte und beobachteten in dieser Zeit das Dorfleben. In der Früh werden die Tiere (Schafe, Schweine, Kühe, Esel) auf die kleinen und kargen Parzellen in die Hügel hinter das Dorf getrieben. Am Abend geht es dann den umgekehrten Weg. Untertags beobachteten wir zahlreiche kleinere Arbeiten wie das Schälen von Mais (der Mais wächst hier nur gut 80cm und der Kolben ist nicht größer als 5cm), Kartoffel schälen (winzig), spielende Kinder, schleppende Esel,...
Wir bestiegen auch einen der Hügel um die Aussicht zu genießen und eine Inkastädte zu besichtigen. Ganz warm geworden sind wir mit der Bevölkerung nicht, die Leute hier leben sehr zurückgezogen.
Wir trafen noch ein Pärchen aus Holland, die seit 10 Jahren mit ihrem Jeep die Welt erkunden. Zusammen fuhren wir mit einem kleinen Motorboot zu dem schwimmenden Dorf Uros. Auf selbstgebauten schwimmenden Schilfinseln erbauen die Menschen dort ihre Strohhäuser und widmen sich dem Fischen. Strom gibt es dort per Sonnenkollektoren. Eine etwas eigenartige Kultur.
Dienstag, 4. Juni 2013
Puno
Von Copacabana ging es zur peruanischen Touristenstadt Puno am anderen Ende des Sees. Puno ist um einiges größer als Copacabana und um nichts symphatischer. Wir beschossen in eine laut Lonely Planet etwas abgeschiedenere Gegend am Titikakasee weiterzufahren. Schon der Weg dorthin war nicht mehr ganz so touristisch. Wir bestiegen in einem Hinterhof eines Marktes einen heillos überfüllten Minibus und fuhren ab in Richtung Pampa. Nach einmal umsteigen in einem Kaff in Hintertupfing erreichten wir schließlích nach ca. 3h Llacharón.
Copacabana
Von La Paz ging es per Bus und Fähre nach Copacabana am Titikakasee. Die ganze Stadt scheint aus Hotels, Restaurants und Ramschverkäufern zu bestehen. Gleichzeitig waren die Nächte bitterkalt. Heizung ist in Bolivien ja ein Fremdwort.
Wir beschlossen eine Tour zur Isla del Sol zu machen. Mit einem untermotorisierten Touristendampfer erreichten wir nach 3h Kriechfahrt die Insel. Die Insel selbst ist sehr beeindruckend. Gelbes Gras, Felsen, blauer See und blauer Himmel begleiteten uns auf unserer 10km Wanderung über die Insel. Auf 3800-4000m ein anstrengendes Unterfangen. Anstrengend waren auch die drei Mautstellen entlang des Wanderweges. Glücklicherweise überstiegen die Mautkosten nicht unser Budget (3€ pro Person).
Dank der ausgezeichneten Regulierung des Fischereibetriebs am Titikakasee ist alles leergefischt und man bekommt nur mehr mit Fangnetzen einen Fisch aus dem Gewässer. Kein Angeln für mich.
Wir beschlossen eine Tour zur Isla del Sol zu machen. Mit einem untermotorisierten Touristendampfer erreichten wir nach 3h Kriechfahrt die Insel. Die Insel selbst ist sehr beeindruckend. Gelbes Gras, Felsen, blauer See und blauer Himmel begleiteten uns auf unserer 10km Wanderung über die Insel. Auf 3800-4000m ein anstrengendes Unterfangen. Anstrengend waren auch die drei Mautstellen entlang des Wanderweges. Glücklicherweise überstiegen die Mautkosten nicht unser Budget (3€ pro Person).
Dank der ausgezeichneten Regulierung des Fischereibetriebs am Titikakasee ist alles leergefischt und man bekommt nur mehr mit Fangnetzen einen Fisch aus dem Gewässer. Kein Angeln für mich.
La Paz
Per Zug ging es 7h von Uyuni nach Oruru und von dort nocheinmal 4h weiter per Bus nach La Paz. Nach all den schlechten Berichten über La Paz mussten wir feststellen, dass die Stadt nicht so schlimm ist, wie geglaubt. La Paz wirkt wie eine normale asiatische Stadt, nur eben in Bolivien und umrahmt von riesigen schneebedeckten Bergen. Martina hat das vorhandene Internet wiedereinmal dazu genutzt um an ihren Bewerbungen zu arbeiten und ich habe die Stadt zeitweise alleine erkundet.
Während unserer Anwesenheit fand auch ein riesiges Fest statt und wir bestaunten die zahlreichen Musikantenparaden und nutzen die Gelegenheit uns mit stark alkoholisierten Bolivianern zu unterhalten. Wir wohnten in unserem Hotel im 5.Stock, was bei ca. 3500m Höhe zu einer wahrhaften Tortur wurde.
Während unserer Anwesenheit fand auch ein riesiges Fest statt und wir bestaunten die zahlreichen Musikantenparaden und nutzen die Gelegenheit uns mit stark alkoholisierten Bolivianern zu unterhalten. Wir wohnten in unserem Hotel im 5.Stock, was bei ca. 3500m Höhe zu einer wahrhaften Tortur wurde.
Uyuni - die Tour Tag 3
Der dritte Tag begann mit Tagwache um 4:45 Uhr, 5:00 Uhr Frühstück und 5:30 Uhr Abfahrt. Zumindest in der Theorie... In der Nacht wurde in unseren Jeep eingebrochen und es mussten zwei Fensterscheiben repariert werden. Die Diebe hatten das Autoradio gestohlen und die Spritkanister geleert. Zum Glück waren sie so nett und haben den Tank voll gelassen. Mit zwei plastikverklebten Scheiben starteten wir dann um ca. 7:00 Uhr in einen sehr kalten, dritten Tag.
Wir besuchten ein Geysirfeld auf 5000m Höhe, fuhren auf Schneefahrbahn an 6000er vorbei, sahen die Laguna Colorada von der anderen Seite und ich nahm ein Bad in einem 42°C heißen Thermalbecken. Von dort weg ging es dann zurück in Richtung Uyuni. Entlang der Fahrt gab es noch ein paar kurze Aufenthalte um Steinformationen, eine weitere Salzwüste und einfach die beeindruckende Landschaft zu bewundern. Wir hatten viel Spass und die Rückreise gestaltete sich als relativ kurzweilig. Einzig die Franzosen gaben kein Wort von sich.
Bei der Übernahme der Digitalkamera der Holländerinnen um ein Photo von diesen zu machen ist die Kamera leider abgestürzt und zu Bruch gegangen. Oft geht bläd. In Uyuni verabschiedeten sich die Franzosen mit einem relativ unglaubwürdigen "schön euch kennengelernt zu haben" und die Holländerinnen und wir genoßen die heiße Dusche im Hotel und ließen den Trip bei einem gemeinsamen Abendessen retour passieren.
Wir besuchten ein Geysirfeld auf 5000m Höhe, fuhren auf Schneefahrbahn an 6000er vorbei, sahen die Laguna Colorada von der anderen Seite und ich nahm ein Bad in einem 42°C heißen Thermalbecken. Von dort weg ging es dann zurück in Richtung Uyuni. Entlang der Fahrt gab es noch ein paar kurze Aufenthalte um Steinformationen, eine weitere Salzwüste und einfach die beeindruckende Landschaft zu bewundern. Wir hatten viel Spass und die Rückreise gestaltete sich als relativ kurzweilig. Einzig die Franzosen gaben kein Wort von sich.
Bei der Übernahme der Digitalkamera der Holländerinnen um ein Photo von diesen zu machen ist die Kamera leider abgestürzt und zu Bruch gegangen. Oft geht bläd. In Uyuni verabschiedeten sich die Franzosen mit einem relativ unglaubwürdigen "schön euch kennengelernt zu haben" und die Holländerinnen und wir genoßen die heiße Dusche im Hotel und ließen den Trip bei einem gemeinsamen Abendessen retour passieren.
Uyuni - die Tour Tag 2
Glücklicherweise stellte sich in der Früh heraus, dass die beiden Holländerinnen sich ein wenig erholt hatten. Dies brachte auch ein bißchen mehr Gespräche und Spass in den Jeep.
Wir starteten mit der Erkundung einer weiteren Insel mit Korallenformationen und einer Grabhöhle. Danach ging es weiter in Richtung bolivianisches Gebirgsland und Vulkane. Wir erkundeten ein riesiges Korallenfeld in den Bergen, Steinlabyrinthe, Eisenbahngeleise und Steinformationen. Ich setzte mir auch in den Kopf einen 150m Hügel zu besteigen, was mir gute 2h Kreislaufprobleme bescheerte. Wer hätte gedacht dass man sich auf 4500m nicht überanstrengen sollte. Nach mehreren wunderschönen Lagunas mit Flamingos bildete die überragende Laguna Colorada den Abschluss des zweiten Tages.
Wir verbrachten wiederum eine eiskalte Nacht auf 4300m in einem 6-Bettzimmer. Beim Abendessen gab es dann noch einen kuriosen Vorfall. Die Franzosen verzogen sich ohne ein Wort der Erklärung einfach an einen anderen Tisch. Verblüfft blieben die beiden Holländerinnen und wir an unserem Tisch sitzen.
Wir starteten mit der Erkundung einer weiteren Insel mit Korallenformationen und einer Grabhöhle. Danach ging es weiter in Richtung bolivianisches Gebirgsland und Vulkane. Wir erkundeten ein riesiges Korallenfeld in den Bergen, Steinlabyrinthe, Eisenbahngeleise und Steinformationen. Ich setzte mir auch in den Kopf einen 150m Hügel zu besteigen, was mir gute 2h Kreislaufprobleme bescheerte. Wer hätte gedacht dass man sich auf 4500m nicht überanstrengen sollte. Nach mehreren wunderschönen Lagunas mit Flamingos bildete die überragende Laguna Colorada den Abschluss des zweiten Tages.
Wir verbrachten wiederum eine eiskalte Nacht auf 4300m in einem 6-Bettzimmer. Beim Abendessen gab es dann noch einen kuriosen Vorfall. Die Franzosen verzogen sich ohne ein Wort der Erklärung einfach an einen anderen Tisch. Verblüfft blieben die beiden Holländerinnen und wir an unserem Tisch sitzen.
Uyuni - die Tour Tag 1
Wir starteten eine 3-Tagestour zur Salar de Uyuni (Salzsee/wüste) und dem angrenzenden Hochgebirge. Die Crew bestand aus unserem Fahrer Jorge aus Bolivien, Anna und Maria aus Holland, sowie Rafael und Angelika aus Frankreich. Am ersten Tag war die Stimmung etwas unterkühlt - die beiden Holländerinnen waren höhenkrank und die Franzosen Franzosen.
Nichts desto trotz war die Landschaft atemberaubend. Nach dem etwas weniger spektakulären Zugfriedhof und einem Einkaufsstop bei angeblichen Alpakahändlern (leider haben wir uns Synthetik andrehen lassen) erreichten wir die Salzwüste. Weißer Boden und blauer Himmel soweit das Auge reicht, unbeschreiblich. Nach dem Mittagessen in einem aus Salz erbauten Haus erkundeten wir eine Insel in der Salzwüste (die außer in der Trockenzeit ein Salzsee ist). Auf der Insel gab es riesige Kakteen und eine kurze, aber anstrengende Wanderung.
Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel erbaut aus Salz am Rande der Salzwüste. Eine der Holländerinnen ging es so schlecht, dass sie nicht mehr gerade stehen konnte und ich musste sie halb in ihr Zimmer schleifen. Wir verbrachten eine relativ kalte Nacht in unserem Zimmer, dessen Tür wir nicht schließen konnten.
Nichts desto trotz war die Landschaft atemberaubend. Nach dem etwas weniger spektakulären Zugfriedhof und einem Einkaufsstop bei angeblichen Alpakahändlern (leider haben wir uns Synthetik andrehen lassen) erreichten wir die Salzwüste. Weißer Boden und blauer Himmel soweit das Auge reicht, unbeschreiblich. Nach dem Mittagessen in einem aus Salz erbauten Haus erkundeten wir eine Insel in der Salzwüste (die außer in der Trockenzeit ein Salzsee ist). Auf der Insel gab es riesige Kakteen und eine kurze, aber anstrengende Wanderung.
Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel erbaut aus Salz am Rande der Salzwüste. Eine der Holländerinnen ging es so schlecht, dass sie nicht mehr gerade stehen konnte und ich musste sie halb in ihr Zimmer schleifen. Wir verbrachten eine relativ kalte Nacht in unserem Zimmer, dessen Tür wir nicht schließen konnten.
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